Die Debatte um CO2 Grenzwerte

Die Debatte um CO2 Grenzwerte

Neue C02 Grenzwerte ab 2020

Ab dem Jahr 2020 gelten in der EU schärfere CO2 Grenzwerte. Darauf haben sich am 24. Juni 2013 die Verhandlungsführer von Europaparlament, Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission geeinigt. Der entsprechende Kompromiss sieht vor, dass neue PKW ab dem Jahr 2020 im Schnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen. Die entsprechenden CO2-Grenzwerte sollen ab dem Jahr 2015 von 130 Gramm innerhalb von fünf Jahren also um fast 25 % abgesenkt werden. Die 95 Gramm entsprechen einem Verbrauch von 4,1 Litern Benzin bzw. 3,6 Litern Diesel pro 100 km.

Der Flottenverbrauch und “Supercredits”

Neue CO2 Grenzwerte Berufsverkehr

Schärfere Richtlinien der CO2 Grenzwerte sollen die Umweltbelastung durch Verkehr verringern (c) GG-Berlin / pixelio.de

Die neuen C02 Grenzwerte beziehen sich auf den durchschnittlichen Flottenverbrauch eines Automobilherstellers. Produziert ein Unternehmen also viele Fahrzeuge mit erhöhtem CO2-Ausstoß, kann der Hersteller den Durchschnittswert senken, indem er auch spritsparende und umweltschonende Fahrzeuge baut, die die neuen CO2 Grenzwerte noch unterschreiten. Die Vertreter der Automobilindustrie haben in diesem Zusammenhang für die sogenannten “Supercredits” gestritten, die es ihnen gestatten, jedes Fahrzeug, das weniger als 50 g/km CO2 verbraucht, mehrfach zu zählen.

Supercredits für CO2 Grenzwerte bis 2020

Ab 2020 sollte laut der EU-Kommission ein Supercredit-Faktor von 1,3 für die CO2 Grenzwerte gelten. Vor allem auf Betreiben der deutschen Automobilhersteller, die viele schwere und verbrauchsintensive Fahrzeuge produzieren, wurde der Faktor nun abgehoben – auf 2,0. Die Hersteller können sich 2020 also zwei verbrauchsgünstige Kleinwagen auf ein spritfressendes Oberklassemodell anrechnen lassen. Bis 2023 wird der ensprechende Wert allerdings schrittweise auf 1,0 abgesenkt.

Neue CO2 Grenzwerte:
Kritik von Umweltverbänden

Bei deutschen Umweltverbänden stießen die neuen C02 Grenzwerte auf Kritik. Der ökologisch ausgerichtete Verkehrsclub Deutschland (VCD) und andere Umweltverbände hatten sehr viel schärfere Vorgaben gefordert. Die Umweltschützer kritisieren unter anderem, dass die deutsche Bundesregierung auf Betreiben der hiesigen Autolobby für eine Aufweichung der EU-Vorgaben streitet und politischen Druck auf andere Mitgliedsländer in der Debatte um modernisierte CO2 Grenzwerte ausübt.

Die Bundesregierung bremst aus

Die vom EU-Parlament geforderten Vorgaben für das Jahr 2025, die eine weitere Reduzierung der C02 Grenzwerte auf bis zu 68 Gramm vorsahen, wurden nicht beschlossen. Dafür machen die Umweltverbände die Bundesregierung verantwortlich. Eine Revisionsklausel sieht allerdings vor, dass die C02 Grenzwerte später erneut geprüft werden sollen.

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